Kultur und Geschichte des Kaffees

Die Kultur des Kaffeetrinkens hat in Europa eine jahrhundertealte Tradition. In der äthiopischen Region Kaffa bereits im 9. Jahrhundert erwähnt, gelangte der Kaffee über Arabien schließlich nach Europa, wo seit Mitte des 17. Jahrhunderts vielerorts Kaffeehäuser eröffneten – so etwa in Venedig (1645), Oxford (1650), London (1652), Marseille (1659), Paris (1672), Bremen (1673), Hamburg (1677), Wien (1685), Regensburg (1686) und Leipzig (1694). Da Kaffee in dieser Zeit noch sehr teuer war, konnten ihn sich zunächst nur gut situierte Bürger und Aristokraten leisten. In weniger wohlhabenden Bevölkerungskreisen kamen Ersatzprodukte in Umlauf wie etwa Malz- oder Zichorienkaffee. Der Ausdruck "Bohnenkaffee" versteht sich daher als Abgrenzung zu diesen Surrogaten. In einigen Ländern hat sich das Kaffeetrinken sogar als eigene Mahlzeit – nachmittäglicher Kaffee – etabliert und bis heute gehalten.

Kaffee ist eines der wichtigsten Wirtschafts- und Handelsgüter. Über 25 Millionen Menschen leben direkt vom Anbau sowie der Verarbeitung und dem Vertrieb – Familienangehörige eingerechnet, sind es sogar 100 Millionen Menschen. Zu den fünf bedeutendsten Abnehmerländern zählt neben den USA, Deutschland, Frankreich und Italien erstaunlicherweise auch das „Teeland“ Japan. Weltweit liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in Finnland am höchsten (11,7 Kilogramm oder 1.754 Tassen jährlich), es folgen Norwegen, Dänemark und Schweden (je etwa 9 Kilogramm jährlich). Doch auch in Deutschland erreicht der Pro-Kopf-Verbrauch mit 6,6 Kilogramm oder 1.022 Tassen beachtliche Werte. Kaffee ist mithin das beliebteste Getränk der Deutschen, noch vor dem Bier. Doch auch regional gibt es einige Unterschiede: Besonders beliebt ist Kaffee im Saarland (3,6 Tassen täglich), während die Sachsen davon am wenigsten trinken (2,7 Tassen täglich). Der weltgrößte Umschlagplatz für Rohkaffee liegt ebenfalls in Deutschland: es ist der Hamburger Hafen. Sehr weit hinten in der Kaffeeverbrauchsstatistik liegt zum Beispiel England mit nur 2,2 Kilo pro Kopf jährlich.

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